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Der Raucher

Nachts, wenn alles schlief, schlich er sich ins Arbeitszimmer, drehte den Bürostuhl zum Fenster, knipste die Arbeitsleuchte an, drehte sich eine Zigarette und schmökte erstmal eine. Nebenbei startete der Computer. Seit etwa zwei Wochen brauchte das verdammte Ding länger als sonst. Man hätte glatt zwei rauchen können, aber man will ja nicht unverschämt sein. Immerhin schon nett genug, dass man überhaupt ein Raucherzimmer erwischt hatte. Andere hatten es nicht so gut getroffen und mussten vier Stunden vor Auszug lüften. Er aber hatte es supergut getroffen! - sein Wirt war leidenschaftlicher Mitraucher - unbewusst zwar, das spielte jedoch in dieser extrem prekären Situation im Zeitalter des "R" keine Rolle mehr.

Der Raucher entspannte sich und dachte nach. Fünf Stunden gemütliches Nachdenken, Sinnieren, sich erinnern und zu gegebener Zeit alles wieder vergessen, lagen vor ihm. Ihm war wohlig zumute. Diese Nacht schien besser als anderen werden zu wollen. Schon allein aus eigenem Antrieb, was den Raucher erstaunte. Es lag was in der Luft. So hatte er noch nie zuvor gefühlt.

Sein Wirt war vor fünf Minuten ins Bett gegangen (endlich!!) und der Raucher hatte nun genug Zeit, in aller Seelenruhe seinen Dienst bis zum letzten Zug morgens um acht zu absolvieren.

Heute war's ein warmer Tag gewesen, waren auch alle Fenster geschlossen? Die Tür zum Balkon, war sie verriegelt?

In wärmeren Jahreszeiten vergaß sein Wirt oft, dass er schon ein alter Sack über sechzig (84) war und Kälte oder Zugluft nicht vertrug. Im Sommer standen tagelang sperrangelweit Balkontür oder eins der Panoramafenster auf und sein Wirt ergötzte sich morgens bis abends an seiner Vergesslichkeit (Alzheimer!) und spähte seinem jugendlichem Spiegelbild im Panorama(!)fenster mit wässerigen Augen hinterher. In solchen Augenblicken klingelte meistens der knackige Auslieferungsfahrer von Bo-Frost ... Meistens? Früher war das mal so ...

Der Raucher zündete sich noch eine an..."Bo-Frost", sinnierte er, das waren noch Zeiten. Damals ...

Sein Philosophiestudium hatte er nie aufgegeben, abgebrochen zwar aber niemals aufgegeben. So setzte er sich an den Computer und begann mit seiner Selbstlernphase. Es war ein glücklicher Zufall, dass sein Wirt ein Hobbyphilosoph war. Der Computer war voller nützlicher Dateien und der Raucher nahm hier nach Jahren der Enthaltsamkeit sein Studium wieder auf. Ein Abschluß war ihm nicht wichtig. Philosophie - studiert man das nicht sowieso sein Leben lang?

Er zündete sich noch eine an und sah dem Rauch nach. Jetzt einen Cognac, das wäre schön. Er kramte im Schreibtisch nach; irgendwo hatte sein Wirt bestimmt noch ein Fläschchen Asbach Uralt oder wenigstens einen Underberg.

Fündig geworden wandte der Raucher sich wieder seinen Studien zu. Auf seinen Wirt war Verlass. Der Geist des Weines liegt im Asbach Uralt, das konnte auch der Raucher unterschreiben. Prost!

"Nichtrauchergesetz", dachte der Raucher, "Was wollen die von mir?" Er gab den Begriff bei Google ein und ein Tsunami von Links floss aus dem Computer direkt auf seine Hose. "Mist!, alles nass!" Spontan entschloss er sich zu einer Anti-Nichtraucherdemonstration und zündete sich noch eine an. Wenn es gut lief, rauchte er um die 25 Zigaretten pro Nacht. Heute lief es gut.

"Die neue Drogenbeauftragte sagte, eines ihrer Hauptanliegen sei, den Tabakkonsum zu verringern. Wichtig sei vor allem eine frühe Prävention. "Es reicht nicht aus, dass es in der neunten Klasse zwei Stunden zu den Gefahren des Rauchens gibt", betonte Bätzing. Bereits in Kindergarten und Grundschule müsse mit einer entsprechenden Gesundheitsaufklärung begonnen werden. Diese müsse sich "wie ein roter Faden" durch die Schulzeit der Kinder und Jugendlichen ziehen.

"Tabakkonsum verringern", äffte der Raucher, "und was ist mit den Arbeitslosen?"

Draussen machte sich der Morgennebel breit. Er sah es ein, heute war das Problem nicht mehr zu lösen. Vielleicht morgen?

Der Raucher drückte seine letzte Zigarette aus, schaltete den Computer aus, knipste die Tischleuchte aus, zog seine Jacke an und verließ leise den Raum.

©ajb/05/2007






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